Was ist mit der Instandhaltungsrücklage beim Wohnungskauf

Sie beschäftigen mit dem Gedanken eine Wohnung zu kaufen? Aufgrund der niedrigen Zinsen ist dies im Moment ein nicht ungewöhnlicher Vorgang!

Lassen Sie sich nicht vom Verkäufer unter Druck setzen und lassen Sie die Unterlagen prüfen, insbesondere die Instandhaltungsrücklage für das Gemeinschaftseigentum. Nach unserer Erfahrung sind ca. 90 % der Instandhaltungsrücklagen des Gemeinschaftseigentums zu niedrig angesetzt. Da können aufgrund falscher Planung nach dem Kauf noch für Sie vorher unkalkulierbare Kosten entstehen. Daher sollten Sie sich vor Erwerb einer Wohnung mit einem Gemeinschaftseigentum über den Zustand des Gebäudes von einem Sachverständigen aufklären lassen, mit einer groben Schätzung, wann welche Kosten am Gemeinschaftseigentum entstehen. Ein altes Haus, für das noch keine ausreichende Rücklage besteht, wird die Ansammlung einer größeren Summe erfordern, da hier mit einem erhöhten Reparaturbedarf zu rechnen ist.Uns sind Fälle bekannt, wo Wohnungskäufer nach 5 Jahren über 100.000,- € pro Sondereigentum für das Gemeinschaftseigentum aufwenden müssen. Die Realität ist hart, aber Immobilien sind eine Anlage mit gewissen Risiken. Sollten Sie nicht über den nötigen Sachverstand verfügen sollten Sie diesen vor dem Kauf einkaufen.

Gemäß § 21 Abs. 5 Nr. 4 Wohnungseigentumsgesetz (WEG) gehört die Bildung einer Instandhaltungsrückstellung zur ordnungsgemäßen Verwaltung einer Wohnungseigentümergemeinschaft. Die Verwaltung dieser sogenannten Instandhaltungsrücklage obliegt in der Regel dem Verwalter.

Wie hoch sollte die Instandhaltungsrücklage sein?

Wir empfehlen einen Betrag von 1 % vom Wert der Immobilie der jährlich für das Sondereigentum und auch für ein Haus angespart werden sollte. Tritt ein Schaden auf, so haben Sie das notwendige finanzielle Polster. Wenn Ihre Immobilie einen Wert von 300.000,- € hat, so sollten Sie für die Instandhaltung jährlich 3.000,- € ansparen. Dieser Wert ist nur realistisch, wenn bisher sämtliche Arbeiten zur Instandhaltung rechtzeitig ausgeführt worden sind. Kalkulieren Sie lieber zwei mal vor Erwerb einer Immobilie, ob das Objekt das richtige für Sie ist. Viele Eigentümer haben bereits durch einen Immobilienerwerb sehr hohe Verluste angehäuft.

 

Die SignalIduna Versicherung hat überschlägig Zahlen veröffentlicht an denen man sich grob orientieren kann.

Bauteil

Lebensdauer

Kosten der ursprünglichen Herstellungskosten in %

Anstriche, Teppiche, Tapeten

5-10 Jahre

100

Dachentwässerung, Bleche

10-20 Jahre

240

Heizung, Lüftung

10-20 Jahre

280

Kaminkopf

15-20 Jahre

100

Elektroinstallation

10-30 Jahre

160

Sanitärinstallation

10-30 Jahre

270

Ziegeldach, Dachhaut

20-30 Jahre

180

Außenputz

20-30 Jahre

180

Holz außen

20-30 Jahre

130

Haustüre, Fenster, Mauern, Wände, Fliesen

30-50 Jahre

80

Dachstuhl

80-100 Jahre

200

Außenwände

80-100 Jahre

20

 Die Höhe der Instandhaltungsrücklage ist in der 2. Berechnungsverordung im Internet veröffentlicht worden (§ 28 II. BV)

Dort werden die Instandhaltungskosten nach Alter des Objekts aufgeschlüsselt. Unter der Voraussetzung, dass die Instandhaltung des Objektes bisher ordentlich und pflichtmäßig erfüllt wurde, sollten diese Beträge ausreichen. Ist dagegen im Objekt ein Instandhaltungsstau vorhanden, sollten Sie sich mit der WEG-Verwaltung unterhalten und sich über die Beschlüsse und die Planung inforieren.

Ein erfahrener Sachverständiger kann Ihnen durch die Bewertung des Sondereigentums und des Gemeinschaftseigentums, die Planung der WEG Verwaltung aufschlüsseln und Ihnen zur Not das Risiko aufzeigen, welches auf Sie zu kommen wird.

Sollten Sie Fragen zur Instandhaltung, der Instandhaltungsrücklage im Rahmen eines Immobilienerwerbs haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.


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